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Geschichte / Politik

Im 6. Jahrhundert soll das Volk der Dänen aus Schonen, einer historischen Provinz Schwedens, nach Jütland und auf die westlichen Ostseeinseln gelangt sein, wo es andere germanische Stämme verdrängte. Es bildeten sich viele Kleinkönigreiche, die im 10. Jahrhundert von Gorm, dem Alten vereinigt wurden. Bis zum Jahre 1035 gelang den dänischen Königen die Eroberung großer Teile britischer Inseln, sowie Norwegen und der damals fränkischen Mark Schleswig (der obere Teil des heutigen Schleswig - Holsteins).

Bis weit ins 11. Jahrhundert hinein waren u. a. die Dänen, Schweden und Norweger als die berühmten Wikinger bekannt und gefürchtet. Allerdings führten sie nicht nur Kriege und plünderten ganze Landstriche, sondern gründeten in ganz Europa Kolonien und trieben Handel. Unter der Herrschaft von Waldemar I. wurde Dänemark zu einem wohlhabenden Reich und hatte etwa das doppelte der heutigen Größe erreicht.

Bis ins 17. Jahrhundert dominierten allerdings Auseinandersetzungen mit Schweden die Geschichte Dänemarks, da beide Königreiche um die Vorherrschaft des baltischen Raums und Skandinaviens buhlten. Schonen, Blekine und Halland gehörten damals zu Dänemark und fielen erst 1658 an Schweden.
Geistlich wurde das von Christian III. im Jahre 1536 reformiert, Frederick III. schaffte 1660/61 die Wahlkönigtum ab und ersetzte sie durch eine Erbmonarchie.

Während der zweiten Seeschlacht von Kopenhagen verblieb Dänemark zuerst neutral und verbündete sich danach mit Frankreich. Nach dessen Niederlage im Jahre 1814 musste Dänemark Helgoland an Großbritannien und Norwegen an Schweden abtreten. Island (bis es 1918 von Dänemark zu einem selbstständigen Königreich erklärt wurde), die Färöer - Inseln, Grönland und Dänisch - Westindien (bis 1917) verblieben in Dänemarks Hand.
Die 1849 erlangte erste Verfassung wandelte Dänemark zu einer konstitutionellen Monarchie mit einem Zweikammerparlament und im Jahre 1918 wurde das Wahlrecht eingeführt.

Im ersten Weltkrieg verblieb Dänemark neutral. Dies sollte auch im zweiten Weltkrieg beibehalten werden, jedoch wurde Dänemark 1940 von Deutschland im Rahmen des Unternehmens Weserübung kampflos besetzt. Viele Dänen sympathisierten mit den Deutschen. Etwa 6000 von ihnen traten der Waffen-SS bei, davon ca. 25% aus der nordschleswigen Minderheit Dänemarks, und kämpften bis ans Kriegsende auf deutscher Seite.

Nach der Befreiung 1945 wurde Dänemark zu einem der Mitbegründerstaaten der UNO, der NATO, 1949 des Europarats und des nordischen Rats 1952. 1960 trat Dänemark der EFTA bei, wechselte aber 1973 zur EG. 1989 führte Dänemark als erstes die zivilrechtliche Partnerschaft für Homosexuelle ein.

Dänemark wird seit der Verfassung 1953 als parlamentarisch-demokratische Monarchie geführt, in welcher das königliche Staatsoberhaupt, derzeit Margrethe II., nur repräsentative Funktionen ausübt, während das dänische Parlament, das sogn. Folketing aus 179 Abgeordenten besteht, die alle vier Jahre neu gewählt werden. Aus dem selbstverwaltenden Grönland und von den Färöer - Inseln kommen jeweils zwei Abgeordnete.